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Rosinen

Kontinent der Trauben

Millionen Weintrauben wachsen an den sonnenverwöhnten Hängen der Anden, die meisten in Argentinien und Chile. Die trockene Hitze im Verbund mit kühlenden Winden und Bergflüsse, die Feuchtigkeit spenden, bieten ideale Bedingungen für den Weinbeeren-Anbau. Der kam mit den spanischen Conquistadores im 16. Jahrhundert nach Lateinamerika – und wurde ursprünglich betrieben, damit die Missionare genug Messwein hatten. Auch die getrocknete Variante der Beere dürften sowohl Spanier als auch die Ureinwohner des Kontinents damals schon gekannt haben, schließlich wurden Rosinen schon jahrhundertelang als Nahrungsmittel genutzt. Das lateinische „racemus“, aus dem sich unser Wort Rosine entwickelte, war schon den Römern ein Begriff. Die früheste Erwähnung von getrockneten Früchten findet sich gar schon auf mesopotamischen Tafeln aus dem Jahr 1700 vor Christus.

Schonende Trocknung

Für die heutige Rosinenproduktion werden Weinbeeren reif geerntet und anschließend in der Sonne oder heißluftgetrocknet, bis sie knapp zehn bis 20 Prozent Feuchtigkeit enthalten. Durch die Prozedur steigt der Fruchtzucker stark an, während das Gewicht der Früchte abnimmt. Aus vier bis fünf Kilo Weintrauben entsteht so etwa ein Kilogramm Rosinen. 
Die schonende Trocknung hat viele Vorteile: Weil die elastische Haut der Weinbeere nicht platzt, können keine Mikroorganismen eindringen, Konservierungsstoffe werden überflüssig. Zugleich bleiben die wertvollen Nährstoffe nicht nur erhalten, sondern werden zum Teil – wie der Zuckergehalt – auf ein Vielfaches erhöht.

Liebeshelfer und Nervennahrung


Vom rheinischen Sauerbraten, der mit Rosinen garniert wird, bis zur Mole Poblano, der berühmtesten Sauce Mexikos: Rosinen werden heute in allen Küchen der Welt als edle Zutat verwendet. Dass sie so begehrt sind, verdanken die getrockneten Weinbeeren ihrer feinen Süße – und ihrem Reichtum an Nährstoffen. Eisen, Kalzium und Kalium stärken die Knochen, Ballaststoffe regen die Verdauung an, und die vielen sekundärer Pflanzenstoffe, die in ihnen stecken, schützen das Gehirn. Wegen ihres hohen Energieanteils galten Rosinen den alten Ägyptern als Aphrodisiakum. Heute werden sie, nicht nur im Studentenfutter, als gesunde Nervennahrung genutzt.